Neues Bürogebäude in Ludwigsburg wird digital geplant und gebaut

BIM-Modell des Bürogebäudes in Ludwigsburg. Quelle: DQuadrat Real Estate

DQuadrat Real Estate und WOLFF & MÜLLER setzen bei dem Bauprojekt auf Building Information Management, schlanke Prozesse und die Steuerung der Bauarbeiten per App.

August 2019 – Die Ludwigsburger Weststadt bekommt ein modernes Bürogebäude: Mitte August starten die Bauarbeiten auf dem rund 3.600 Quadratmeter großen Grundstück in der Wilhelm-Fein-Straße 6. Das Projekt wird von der DQuadrat Real Estate GmbH aus Ludwigsburg entwickelt. WOLFF & MÜLLER ist mit dem Schlüsselfertigbau beauftragt. Die beiden Unternehmen sind gut eingespielte Partner, die in Ludwigsburg auch schon das Bleyle Quartier erfolgreich realisiert haben. „Wir wollen das Bürogebäude Anfang 2021 nach nur 18 Monaten Bauzeit an den künftigen Mieter, einen Technologiekonzern, übergeben“ sagt Projekteiter Dirk Fassbender von DQuadrat Real Estate.

Büro- und Werkstatträume plus Tiefgarage
Geplant ist ein dreigeschossiges Bürogebäude mit einer Bruttogeschossfläche von rund 5.000 Quadratmetern. Die großflächig verglaste Fassade, ein begrünter begehbarer Innenhof, Terrassen und Balkone in den Obergeschossen und eine Dachterrasse sorgen für ein angenehmes Arbeitsumfeld. Im Erdgeschoss sind Werkstätten vorgesehen. Das Untergeschoss wird zur Tiefgarage mit 41 Stellplätzen ausgebaut und bietet zudem Umkleideräume, Technik- und Hausanschlussräume sowie Fahrradstellplätze. 19 weitere Pkw-Stellplätze stehen ebenerdig zur Verfügung. Das Grundstück war ursprünglich mit Lager- und Werkstatthallen aus den 60er Jahren bebaut, die im Frühjahr dieses Jahres abgebrochen wurden.

BIM als Herzstück der digitalen Planung
Als Vorreiter für prozessorientiertes Planen und Bauen setzt WOLFF & MÜLLER auch bei diesem Projekt eine Reihe von Methoden und Werkzeugen ein, um die Planungs-, Kosten- und Terminsicherheit für den Bauherrn und die späteren Nutzer zu erhöhen. Eine davon ist Building Information Management, kurz BIM: Nach dem Prinzip „Erst virtuell, dann real bauen“ haben das Büro AMP Architekten, die Tragwerksplaner, die Fachplaner für Heizungs-, Lüftung-, Sanitär- und Klimatechnik sowie die Elektroplaner ein virtuelles Modell des Gebäudes erstellt und anhand dessen die Planung optimiert. Zum Beispiel wurden die genaue Höhenlage des Gebäudes und die Brandschutzplanung nachjustiert. Außer der 3D-Geometrie und Bauteil-Eigenschaften wie Aufbau und Materialien sind auch die Faktoren Zeit und Kosten digital hinterlegt. Das ermöglicht, verschiedene Ausführungsvarianten zu simulieren und zu zeigen, wie sie sich auf die Termine und das Budget auswirken. „Ein großer Vorteil von BIM ist, dass die Planer und das ausführende Unternehmen von Anfang an und im gleichen Datenraum zusammenarbeiten und sich so viel besser abstimmen“, sagt Eberhard Utz, Leiter der WOLFF & MÜLLER-Zweigniederlassung Partnering.

Bauarbeiten mit „BPO Projektsteuerung“ koordinieren
Auf der Baustelle wird das sogenannte Last Planner System zum Einsatz kommen, eine Methode für schlankes Bauen (Lean Construction). Der Kerngedanke ist, die einzelnen Gewerke auf der Baustelle aktiv und gemeinschaftlich in die detaillierte Planung einzubinden. Das fördert die Zusammenarbeit und das Vertrauen im Projektteam und sorgt für verlässliche, nahtlose Abläufe. Um das Last Planner System möglichst gut und effizient zu koordinieren, nutzt WOLFF & MÜLLER das digitale Werkzeug „BPO Projektsteuerung“ von VOLZ Consulting. Es deckt alle relevanten Schritte ab: die initiale Planung der Bauarbeiten durch den Projektsteuerer, die Koordination durch Planer und Projektleiter und schließlich die interaktive Planung der beteiligten Unternehmen und deren Vorarbeiter bei ihren regelmäßigen Sitzungen. Während der Bauausführung werden in der App alle Einsatzdaten mit Lageplan angezeigt, Leistungsstände erfasst und in Echtzeit für die nächste Baubesprechung und die Projektsteuerung zur Verfügung gestellt. Terminverschiebungen werden ohne Zeitverzögerung weitergeleitet. „Wir können jeden Tag auf Knopfdruck eine umfassende Dokumentation und eine übersichtliche Analyse der Baustelle erstellen. So behalten wir Qualität und Termine ständig im Blick“, erklärt Utz.

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